Redaktion Zinsmatch · Stand
Kurz gesagt
Im August 2026 kosteten neue Wohnungsbaukredite mit über 5 bis 10 Jahren Zinsbindung im Durchschnitt 3,81 % effektiv, mit über 10 Jahren 4,04 % und mit über 1 bis 5 Jahren 4,03 % (Deutsche Bundesbank). Das ist der Durchschnitt aller Neuabschlüsse; Ihr Zins für die Anschlussfinanzierung hängt von Zinsbindung, Beleihungsauslauf und Bonität ab.
- Über 5 bis 10 Jahre Zinsbindung: 3,81 % effektiv, rund 3,75 % Sollzins (August 2026)
- Rate bei 250.000 € und 2 % Tilgung: rund 1.198 € im Monat
- Durchschnitt aller Neuabschlüsse – kein Angebot
- Niedriger Beleihungsauslauf: günstigerer Zins
Wie hoch sind die Zinsen für eine Anschlussfinanzierung aktuell?
Für eine Anschlussfinanzierung gelten aktuell die Zinsen neuer Wohnungsbaukredite: im August 2026 im Durchschnitt 4,03 % effektiv bei über 1 bis 5 Jahren Zinsbindung, 3,81 % bei über 5 bis 10 Jahren und 4,04 % bei über 10 Jahren. Das sind die Werte der Zinsstatistik der Deutschen Bundesbank für neu vereinbarte Wohnungsbaukredite an private Haushalte. Die Reihe umfasst alle Neuvereinbarungen eines Monats und unterscheidet nicht zwischen Erst- und Anschlussfinanzierung.
Für die Rate zählt der Sollzins: Bei 250.000 € Restschuld, 3,75 % Sollzins und 2 % Tilgung sind es rund 1.198 € im Monat. Gegenüber dem Vormonat (3,78 %) ist der Effektivzins dieser Klasse gestiegen. Mit Ihren eigenen Zahlen rechnet der Anschlussfinanzierung-Rechner.
| Zinsbindung | Effektivzins | Vormonat | Sollzins | Rate bei 250.000 € |
|---|---|---|---|---|
| variabel oder bis 1 Jahr | 4,40 % | 4,41 % | 4,31 % | 1.315 € |
| über 1 bis 5 Jahre | 4,03 % | 3,97 % | 3,96 % | 1.242 € |
| über 5 bis 10 Jahre | 3,81 % | 3,78 % | 3,75 % | 1.198 € |
| über 10 Jahre | 4,04 % | 3,92 % | 3,97 % | 1.244 € |
| alle Zinsbindungen | 4,01 % | 3,94 % | 3,94 % | 1.237 € |
Sind kurze Zinsbindungen günstiger als lange?
Nicht automatisch: Im August 2026 lag der Durchschnitt der Klasse „über 1 bis 5 Jahre“ mit 4,03 % über dem der Klasse „über 5 bis 10 Jahre“ (3,81 %); über 10 Jahre kosteten 4,04 %. Am niedrigsten war die Klasse „über 5 bis 10 Jahre“, am höchsten „variabel oder bis 1 Jahr“ mit 4,40 %.
Welche Zinsbindung gerade weniger kostet, hängt von der Zinsstruktur am Kapitalmarkt ab und wechselt mit der Zeit. Der Zins allein entscheidet ohnehin nicht: Eine kurze Bindung endet früher, die Restschuld ist dann höher und wird zu einem Zins neu finanziert, den heute niemand kennt. Eine lange Bindung hält die Rate länger fest. Unabhängig von der vereinbarten Länge können Sie ein Darlehen zehn Jahre nach dem vollständigen Empfang mit sechs Monaten Frist kündigen (§ 489 Abs. 1 Nr. 2 BGB); nach einer Verlängerung bei derselben Bank zählt der Zeitpunkt der neuen Zinsvereinbarung. Die Abwägung mit Zahlen steht unter Zinsbindung 5, 10, 15 oder 20 Jahre.
Warum ist der Durchschnitt der Bundesbank kein Angebot?
Der Durchschnitt der Bundesbank ist kein Angebot, weil er alle Verträge eines Monats zusammenfasst – unabhängig von Beleihung, Bonität und Art des Kredits. Er zeigt, wo der Markt steht, nicht, was ein Institut für Ihren Anschlusskredit verlangt.
- Volumengewichteter Durchschnitt aller Neuvereinbarungen des Berichtsmonats, erhoben als Stichprobe bei den Banken
- Über alle Beleihungen und Bonitäten: Ein niedriger Beleihungsauslauf steckt nur anteilig darin
- Einschließlich Bauspardarlehen, Zwischenfinanzierungen und unbesicherter Wohnungsbaukredite
- 15 und 20 Jahre Zinsbindung stehen gemeinsam in der Klasse „über 10 Jahre“
- Der Effektivzins der Statistik enthält alle Zinszahlungen, aber keine sonstigen Kosten des Darlehens
- Die Werte erscheinen monatlich und mit Verzug: Der Stand August 2026 wurde am 6. Oktober 2026 abgerufen und ist vorläufig
Was ist der Unterschied zwischen Sollzins und Effektivzins?
Der Sollzins ist der Prozentsatz, der pro Jahr auf das in Anspruch genommene Darlehen angewendet wird (§ 489 Abs. 5 BGB); der effektive Jahreszins drückt die Gesamtkosten des Darlehens als jährlichen Prozentsatz aus. Aus Sollzins und Tilgung ergibt sich Ihre Rate. In den effektiven Jahreszins rechnet die Bank zusätzlich alle sonstigen Kosten ein, die mit dem Darlehen zusammenhängen und ihr bekannt sind (§ 16 Abs. 1 und 3 der Preisangabenverordnung); Notarkosten gehören nicht dazu (§ 16 Abs. 4 Nr. 5).
Der Effektivzins liegt schon deshalb über dem Sollzins, weil Zinsen monatlich verrechnet werden: Dem Effektivzins von 3,81 % in der Tabelle entspricht ein Sollzins von rund 3,75 %. Zwei Angebote mit gleicher Zinsbindung lassen sich am effektiven Jahreszins vergleichen; die Rate folgt aus dem Sollzins.
Wovon hängt mein persönlicher Zins ab?
Ihr persönlicher Zins hängt vor allem vom Beleihungsauslauf, von Ihrer Bonität und von der Zinsbindung ab – Banken kalkulieren jede Anschlussfinanzierung einzeln.
- Beleihungsauslauf: Je weniger Sie im Verhältnis zum Objektwert noch schulden, desto günstiger.
- Bonität: Einkommen, Haushaltsrechnung und bestehende Verpflichtungen.
- Zinsbindung und Vorlauf: Bei einem Forward-Darlehen kostet jeder Monat Vorlauf einen Aufschlag.
- Zusatzrechte: Großzügige Sondertilgung oder Tilgungswechsel können den Zins leicht erhöhen.
Warum lohnt der Vergleich mit dem Angebot der Hausbank?
Der Vergleich lohnt, weil ein einzelnes Angebot nicht zeigt, ob sein Zins marktgerecht ist. Das Verlängerungsangebot der bisherigen Bank kommt häufig ohne Wettbewerb zustande. Der Durchschnitt der Bundesbank ordnet es grob ein; ob für Ihr Objekt und Ihre Beleihung mehr möglich ist, zeigen nur Gegenangebote. Schon 0,1 Prozentpunkte machen bei 250.000 € rund 21 € im Monat aus (250.000 € × 0,1 % ÷ 12). Was die Prolongation vom Bankwechsel unterscheidet und welche Wege zur Anschlussfinanzierung es gibt, steht auf eigenen Seiten.
Häufige Fragen
Sind die Zinsen auf dieser Seite verbindlich?
Nein. Es sind Durchschnittswerte der Bundesbank-Statistik für August 2026, über alle Neuabschlüsse, Beleihungen und Bonitäten. Ihr Zins hängt von Ihrer Immobilie und Ihrer Bonität ab; verbindlich ist nur das Angebot eines Instituts.
Ist eine Anschlussfinanzierung teurer als die Erstfinanzierung?
Nicht zwingend. Weil Sie bereits getilgt haben, ist der Beleihungsauslauf meist niedriger – das kann den Zins senken. Ob die Kondition insgesamt höher liegt, hängt vom Zinsniveau zum Zeitpunkt des Abschlusses ab.
Wie lange sollte die Zinsbindung sein?
Das ist eine Abwägung, die bei Ihnen liegt. Eine kurze Zinsbindung endet früher: Die Restschuld ist dann höher und wird zum dann geltenden Zins neu finanziert. Eine lange Zinsbindung hält die Rate länger fest; nach zehn Jahren können Sie trotzdem mit sechs Monaten Frist kündigen (§ 489 Abs. 1 Nr. 2 BGB). Maßstäbe sind die Restschuld am Ende der Bindung, ob Sie danach eine höhere Rate tragen könnten, und was Sie mit der Immobilie vorhaben.
Kann ich mir den heutigen Zins für später sichern?
Ja, mit einem Forward-Darlehen bis zu 60 Monate im Voraus – gegen einen Zinsaufschlag je Monat Vorlaufzeit, üblich sind etwa 0,01 bis 0,03 Prozentpunkte.
Wie aktuell sind die Zinsen auf dieser Seite?
Die Bundesbank veröffentlicht die Statistik monatlich. Diese Seite zeigt den Stand August 2026, abgerufen am 6. Oktober 2026. Angebote einzelner Institute ändern sich häufiger.
Warum gibt es keinen eigenen Wert für 15 und 20 Jahre Zinsbindung?
Weil die Bundesbank-Statistik alle Zinsbindungen über zehn Jahre in einer Klasse zusammenfasst. Der Rechner verwendet deshalb für 15 und 20 Jahre denselben Durchschnitt. Angebote der Institute nennen den Zins je Zinsbindung einzeln.
Quellen
- MFI-Zinsstatistik: Zinssätze für Wohnungsbaukredite an private HaushalteDeutsche Bundesbank
- § 489 BGB – Ordentliches Kündigungsrecht des DarlehensnehmersBundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de
- § 16 PAngV – Verbraucherdarlehen: effektiver JahreszinsBundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de
Stand: · Redaktion Zinsmatch · Beispielrechnungen mit Durchschnittszinsen der Bundesbank-Statistik, keine Beratung im Sinne des § 511 BGB. Chancen und Risiken