Redaktion Zinsmatch · Stand
Kurz gesagt
Eine Sondertilgung ist eine Zahlung zusätzlich zur Rate, die direkt die Restschuld senkt. Bei 250.000 € Darlehen, 3,75 % Sollzins und 2 % Tilgung senken 5.000 € Sondertilgung je Jahr die Restschuld nach zehn Jahren um rund 59.500 €. Wie viel erlaubt ist, steht im Vertrag; üblich sind 5 bis 10 % der Darlehenssumme pro Jahr.
- Üblich: 5 bis 10 % der Darlehenssumme pro Jahr
- Jede Sondertilgung spart den Sollzins des Darlehens
- Das Recht muss im Vertrag vereinbart sein
Was ist eine Sondertilgung und wie wirkt sie?
Eine Sondertilgung ist eine Zahlung zusätzlich zur Rate, die in voller Höhe die Restschuld senkt. Weil die Rate gleich bleibt, die Zinsen aber nur noch auf die kleinere Restschuld anfallen, wächst der Tilgungsanteil jeder folgenden Rate – die Wirkung verstärkt sich von Jahr zu Jahr. Ob und in welcher Höhe Sie sondertilgen dürfen, steht im Darlehensvertrag; üblich sind 5 bis 10 % der Darlehenssumme pro Jahr. Was über das vereinbarte Recht hinausgeht, ist eine vorzeitige Rückzahlung, für die die Bank meist eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangt.
Wie viel Restschuld spart eine Sondertilgung in zehn Jahren?
Eine Sondertilgung von 5.000 € je Jahr senkt die Restschuld eines Darlehens über 250.000 € nach zehn Jahren um rund 59.500 €. Gerechnet ist das mit 3,75 % Sollzins und 2 % anfänglicher Tilgung: Ohne Sondertilgung bleiben 189.448 €, mit Sondertilgung 129.929 €. Von der Differenz stammen 50.000 € aus den zehn Zahlungen selbst und rund 9.500 € aus Zinsen, die nicht mehr anfallen und stattdessen tilgen.
Der Rechner auf dieser Seite rechnet genauso: Die Sondertilgung wird am Ende jedes Jahres von der Restschuld abgezogen, die Rate bleibt unverändert.
| Sondertilgung je Jahr | Restschuld nach 10 Jahren | Weniger Restschuld | davon ersparte Zinsen |
|---|---|---|---|
| 0 € | 189.448 € | – | – |
| 2.500 € | 159.689 € | 29.759 € | 4.759 € |
| 5.000 € | 129.929 € | 59.519 € | 9.519 € |
| 10.000 € | 70.411 € | 119.037 € | 19.037 € |
Kostet ein Sondertilgungsrecht mehr Zins?
Ein Sondertilgungsrecht im üblichen Rahmen von 5 % der Darlehenssumme pro Jahr kostet häufig keinen Zinsaufschlag. Größere Rechte oder ein flexibler Tilgungswechsel können einen kleinen Aufschlag kosten. Vergleichbar sind Angebote deshalb nur, wenn sie dieselben Zusatzrechte enthalten. Bei der Anschlussfinanzierung wird das Recht neu vereinbart: Es gilt, was im neuen Vertrag steht. Wie sich Rate und Restschuld ohne Sondertilgung entwickeln, zeigt der Anschlussfinanzierung-Rechner.
Sondertilgung oder höhere Tilgung?
Eine höhere feste Tilgung und eine gleich hohe Sondertilgung führen fast zum selben Ergebnis – der Unterschied liegt in der Verpflichtung. Ein Prozentpunkt mehr Tilgung sind bei 250.000 € Darlehen 2.500 € im Jahr, verteilt auf zwölf Raten: Die Rate steigt von 1.198 € auf 1.406 €, die Restschuld nach zehn Jahren beträgt 159.172 €. Mit 2.500 € Sondertilgung am Jahresende sind es 159.689 €.
Die höhere Tilgung ist vertraglich geschuldet und bindet jeden Monat mehr Geld. Das Sondertilgungsrecht lässt Ihnen die Wahl: Sie zahlen nur, wenn Geld übrig ist, etwa aus einer Sonderzahlung oder einer Erbschaft. Viele kombinieren eine moderate Tilgung mit einem Sondertilgungsrecht.
- Höhere Tilgung: planbar, aber dauerhaft höhere Rate
- Sondertilgung: flexibel, aber nur mit Disziplin wirksam
- Tilgungswechsel: Rate später anpassen, falls vereinbart
Sondertilgen oder Geld anlegen?
Jede Sondertilgung spart den Sollzins des Darlehens – garantiert und ohne Steuer; eine Geldanlage muss nach Steuern mehr bringen, um gleichzuziehen. Bei einem Darlehen zu 3,75 % Sollzins liegt diese Schwelle also bei 3,75 % Ertrag nach Steuern.
Die Rechenregel erfasst nicht alles. Sondergetilgtes Geld ist gebunden und steht für unerwartete Ausgaben nicht mehr zur Verfügung, während sich eine Anlage je nach Form wieder auflösen lässt. Bei vermieteten Objekten kommt die steuerliche Behandlung der Schuldzinsen hinzu – eine Frage für die Steuerberatung. Wie Sie Zinsersparnis, Rücklage und Verfügbarkeit gewichten, entscheiden Sie.
Häufige Fragen
Ist eine Sondertilgung immer sinnvoll?
Rechnerisch spart jede Sondertilgung den Sollzins Ihres Darlehens, sicher und ohne Steuer. Eine Geldanlage zieht erst gleich, wenn sie nach Steuern mehr bringt. Dagegen steht, dass sondergetilgtes Geld gebunden ist – ob Ihnen eine Rücklage wichtiger ist, entscheiden Sie.
Wann im Jahr kann ich sondertilgen?
Das regelt Ihr Vertrag. Manche Banken erlauben die Zahlung jederzeit, andere nur zu festen Terminen.
Verfällt ein nicht genutztes Sondertilgungsrecht?
In den meisten Verträgen ja, es gilt je Kalender- oder Vertragsjahr. Einige Institute erlauben das Ansparen.
Kann ich mehr als vereinbart tilgen?
Nur mit Zustimmung der Bank, meist gegen Vorfälligkeitsentschädigung.
Gilt mein Sondertilgungsrecht nach der Anschlussfinanzierung weiter?
Bei einem Bankwechsel gilt, was im neuen Vertrag steht; das Recht wird neu vereinbart. Bei einer Verlängerung mit der bisherigen Bank zeigt das Angebot, ob es weiter gilt.
Wie rechnet der Sondertilgungsrechner?
Er zieht die Sondertilgung am Ende jedes Jahres von der Restschuld ab und lässt die Rate unverändert. Als Sollzins verwendet er den Durchschnitt der Bundesbank-Zinsstatistik für rund zehn Jahre Zinsbindung.
Quellen
- MFI-Zinsstatistik: Zinssätze für Wohnungsbaukredite an private HaushalteDeutsche Bundesbank
Stand: · Redaktion Zinsmatch · Beispielrechnungen mit Durchschnittszinsen der Bundesbank-Statistik, keine Beratung im Sinne des § 511 BGB. Chancen und Risiken